Manchmal läuft ein Gartenprojekt nicht nach Plan: Die Fläche ist noch nicht fertig vorbereitet, das Wetter macht einen Strich durch die Rechnung, oder die Arbeit dauert länger als gedacht. Dann steht man mit geliefertem Rollrasen da – und muss schnell handeln.
Die gute Nachricht: Rollrasen lässt sich bei richtiger Behandlung problemlos mehrere Tage, in manchen Fällen sogar bis zu zwei Wochen lagern, ohne dass dauerhafte Schäden entstehen.
Die schlechte Nachricht: Viele machen dabei Fehler, die den Soden innerhalb weniger Stunden ruinieren.
Die zwei häufigsten Fehler beim Rollrasen lagern
Fehler 1: Die Rollen bewässern
Ein weit verbreiteter Irrtum. Wer die aufgerollten Soden direkt bewässert, meint es gut – beschleunigt aber den Verrottungsprozess. Die Feuchtigkeit staut sich zwischen den Lagen, Wärme entsteht, und der Soden beginnt zu kompostieren. Das Gras vergilbt, die Wurzeln sterben ab.
Aufgerollte Soden niemals bewässern.
Fehler 2: Die Rollen abdecken
Auch das klingt zunächst sinnvoll – Schutz vor Sonne und Austrocknung. In der Praxis ist das Gegenteil der Fall: Unter einer Abdeckung staut sich Wärme, es bildet sich ein Hitzestau, und der Soden beginnt zu garen. Das Ergebnis ist dasselbe: kompostierter, unbrauchbarer Rasen.
Rollen nicht abdecken – auch nicht mit Folie oder Vlies.
Die richtige Methode: Ausrollen und regelmäßig wässern
Wenn der Rollrasen am Liefertag nicht sofort verlegt werden kann, gilt folgende Vorgehensweise:
Schritt 1: Rollen schnellstmöglich ausrollen
Noch am Liefertag müssen die Soden ausgerollt werden – je früher, desto besser. Aufgerollter Rasen heizt sich in der Mitte schnell auf und beginnt innerhalb weniger Stunden zu leiden.
Schritt 2: Auf versiegeltem Untergrund ablegen
Die ausgerollten Bahnen kommen auf einen versiegelten Untergrund zum Beispiel auf Pflaster, eine Terrasse oder auf ausgelegte Teichfolie. Das ist wichtig, damit die Wurzeln nicht in den Boden einwachsen. Wächst der Soden an, lässt er sich nicht mehr sauber aufnehmen und zum Zielort transportieren.
Schritt 3: Regelmäßig und gezielt bewässern
Anders als beim fertigen Rollrasen im Boden hat der Soden hier nur 1 bis 1,5 cm Erde unter sich – und damit keinerlei Feuchtigkeitsreserve aus tieferen Schichten. Das bedeutet: Der Rasen trocknet deutlich schneller aus als auf dem fertigen Beet.
Die Lösung ist kurzes, häufiges Wässern:
Alle 1 bis 2 Stunden kurz bewässern
Dauer: 3 bis 5 Minuten pro Durchgang
Besonders wichtig an warmen und sonnigen Tagen
Ziel ist es, die Grasfasern feucht zu halten, ohne Staunässe zu erzeugen. Ein kurzer, feiner Wasserfilm genügt.
Wie lange lässt sich Rollrasen so lagern?
Bei korrekter Lagerung – ausgerollt auf versiegeltem Untergrund, regelmäßig bewässert, nicht abgedeckt – hält der Soden mehrere Tage problemlos. Unter guten Bedingungen (mäßige Temperaturen, kein direkter Mittagssonnenstress) sind sogar bis zu zwei Wochen möglich.
Entscheidend ist die konsequente Bewässerung, vor allem in den ersten Tagen.
Weiterverarbeitung: Einfach wieder aufrollen
Wenn die Fläche bereit ist, kann der zwischengelagerte Soden ganz normal weiterverarbeitet werden: Bahnen wieder aufrollen, zum Verlegeort transportieren und ganz normal verlegen wie frisch gelieferten Rollrasen. Solange der Rasen während der Lagerzeit ausreichend Wasser bekommen hat, gibt es beim Verlegen keine Einschränkungen.
Lieber direkt verlegen lassen?
Wer auf Nummer sicher gehen möchte, lässt den Rollrasen direkt am Liefertag verlegen. Als Rasen-Profi aus der Region Baden-Baden planen wir Anlieferung und Verlegung so aufeinander ab, dass der Soden so kurz wie möglich zwischen Produktion und Einbau liegt.